Auszahlung des Altersvorsorgedepots: ab wann, wie und mit welchen Abzügen
Wann die Auszahlung beginnt
| Regel | Alter |
|---|---|
| frühester Beginn | 65 (früher nur mit vorher beginnender gesetzlicher Altersrente) |
| spätester Beginn | 70 |
| ohne Vereinbarung (neue Verträge) | 65 |
Je später du beginnst, desto länger wird eingezahlt und desto kürzer wird ausgezahlt. Im Single-Beispiel bringt ein Beginn mit 65 statt 67 im Durchschnitt 311 € statt 365 € im Monat (heutige Kaufkraft), weil zwei Beitragsjahre fehlen und das Geld zwei Jahre länger reichen muss.
Die zwei Formen
Auszahlplan: Das Geld bleibt angelegt. Der Anbieter teilt mindestens 80 % des verbleibenden Kapitals durch die Monate bis zum Planende (mindestens 85) und legt die Rate zu Beginn und danach spätestens alle 3 Jahre neu fest. Weil die erwartete Rendite dabei nicht vorweggenommen wird, starten die Raten niedrig und steigen bei positiver Wertentwicklung. Ein Rest am Ende wird ausgezahlt. Vorteil: Das Restguthaben ist vererbbar. Nachteil: Wirst du älter als der Plan, ist das Geld aufgebraucht, und die Raten schwanken mit dem Depot.
Lebenslange Rente (Leibrente): Das Kapital wird verrentet, die Rente bleibt gleich oder steigt und läuft bis zum Lebensende. Eine Garantiezeit von 10 oder 20 Jahren ist möglich. Vorteil: Langlebigkeit ist abgesichert. Nachteil: Die Monatsrente liegt deutlich unter den späteren Raten eines Auszahlplans, und ohne Garantiezeit ist nichts vererbbar.
Zur Größenordnung im Single-Beispiel (nominal, vor Steuer): Der Auszahlplan beginnt bei etwa 569 € im Monat und steigt bis zum Alter von 83 auf etwa 1.498 €; eine lebenslange Rente bei einem angenommenen Rentenfaktor von 25 € je 10.000 € läge gleichbleibend bei etwa 309 €. Welche Rentenfaktoren Anbieter für das AVD bieten, war bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt; im Rechner stellst du ihn selbst ein.
So rechnet der Rechner: Rate nach der gesetzlichen Formel mit 100 % des Restkapitals, jährlich neu festgelegt (einstellbar: 80 % bis 100 %, alle 1 bis 3 Jahre). Auf der ETF-Seite wird zum Vergleich nach derselben Regel entnommen; im Profi-Modus kannst du stattdessen eine gleichbleibende Entnahme wählen. Netto und in heutiger Kaufkraft (AVD-Seite inklusive angelegter Erstattungen) steigt die Auszahlung im Single-Beispiel von 255 € im ersten Jahr auf 485 € im Alter von 83 (ETF-Depot: 220 € auf 410 €).
Bis zu 30 % auf einmal
Zu Beginn der Auszahlung kannst du bis zu 30 % des Kapitals auf einmal nehmen, ohne die Förderung zu verlieren. Weil alles in einem Jahr versteuert wird, ist das teuer: Im Single-Beispiel sind das 36.903 € (nominal), davon gehen 10.698 € an Steuer, rund 29 % des Betrags. Im freien ETF-Depot kostet eine Entnahme von ebenfalls 30 % des dortigen Kapitals (28.238 €) nur 1.980 € Steuer, weil dort nur der Gewinnanteil mit Abgeltungsteuer belastet wird.
Was von der Auszahlung abgeht
- Einkommensteuer: Der geförderte Teil wird voll mit deinem persönlichen Steuersatz versteuert, zusammen mit deiner gesetzlichen Rente. Steigende Raten können später in eine höhere Steuerstufe rutschen. Details: Steuern.
- Kranken- und Pflegeversicherung: In der Krankenversicherung der Rentner beitragsfrei. Freiwillig gesetzlich Versicherte zahlen Beiträge; im Single-Beispiel 790 € im ersten Rentenjahr (heutige Kaufkraft).
- Kosten des Anbieters: laufen weiter, solange das Geld angelegt ist.
Im Ausland leben
Wohnst du ab Beginn der Auszahlung außerhalb von EU und EWR, gilt das als schädliche Verwendung: Zulagen und Steuervorteile werden zurückgefordert (§ 95 EStG). Mehr dazu: Kündigung, Tod, Wegzug.