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Ratgeber

Auszahlung des Altersvorsorgedepots: ab wann, wie und mit welchen Abzügen

Stand 17.10.2026Herausgeber: Gegenrechner · 4 Min. Lesezeit

Wann die Auszahlung beginnt

Regel Alter
frühester Beginn 65 (früher nur mit vorher beginnender gesetzlicher Altersrente)
spätester Beginn 70
ohne Vereinbarung (neue Verträge) 65

Je später du beginnst, desto länger wird eingezahlt und desto kürzer wird ausgezahlt. Im Single-Beispiel bringt ein Beginn mit 65 statt 67 im Durchschnitt 311 € statt 365 € im Monat (heutige Kaufkraft), weil zwei Beitragsjahre fehlen und das Geld zwei Jahre länger reichen muss.

Die zwei Formen

Auszahlplan: Das Geld bleibt angelegt. Der Anbieter teilt mindestens 80 % des verbleibenden Kapitals durch die Monate bis zum Planende (mindestens 85) und legt die Rate zu Beginn und danach spätestens alle 3 Jahre neu fest. Weil die erwartete Rendite dabei nicht vorweggenommen wird, starten die Raten niedrig und steigen bei positiver Wertentwicklung. Ein Rest am Ende wird ausgezahlt. Vorteil: Das Restguthaben ist vererbbar. Nachteil: Wirst du älter als der Plan, ist das Geld aufgebraucht, und die Raten schwanken mit dem Depot.

Lebenslange Rente (Leibrente): Das Kapital wird verrentet, die Rente bleibt gleich oder steigt und läuft bis zum Lebensende. Eine Garantiezeit von 10 oder 20 Jahren ist möglich. Vorteil: Langlebigkeit ist abgesichert. Nachteil: Die Monatsrente liegt deutlich unter den späteren Raten eines Auszahlplans, und ohne Garantiezeit ist nichts vererbbar.

Zur Größenordnung im Single-Beispiel (nominal, vor Steuer): Der Auszahlplan beginnt bei etwa 569 € im Monat und steigt bis zum Alter von 83 auf etwa 1.498 €; eine lebenslange Rente bei einem angenommenen Rentenfaktor von 25 € je 10.000 € läge gleichbleibend bei etwa 309 €. Welche Rentenfaktoren Anbieter für das AVD bieten, war bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt; im Rechner stellst du ihn selbst ein.

So rechnet der Rechner: Rate nach der gesetzlichen Formel mit 100 % des Restkapitals, jährlich neu festgelegt (einstellbar: 80 % bis 100 %, alle 1 bis 3 Jahre). Auf der ETF-Seite wird zum Vergleich nach derselben Regel entnommen; im Profi-Modus kannst du stattdessen eine gleichbleibende Entnahme wählen. Netto und in heutiger Kaufkraft (AVD-Seite inklusive angelegter Erstattungen) steigt die Auszahlung im Single-Beispiel von 255 € im ersten Jahr auf 485 € im Alter von 83 (ETF-Depot: 220 € auf 410 €).

Bis zu 30 % auf einmal

Zu Beginn der Auszahlung kannst du bis zu 30 % des Kapitals auf einmal nehmen, ohne die Förderung zu verlieren. Weil alles in einem Jahr versteuert wird, ist das teuer: Im Single-Beispiel sind das 36.903 € (nominal), davon gehen 10.698 € an Steuer, rund 29 % des Betrags. Im freien ETF-Depot kostet eine Entnahme von ebenfalls 30 % des dortigen Kapitals (28.238 €) nur 1.980 € Steuer, weil dort nur der Gewinnanteil mit Abgeltungsteuer belastet wird.

Was von der Auszahlung abgeht

  • Einkommensteuer: Der geförderte Teil wird voll mit deinem persönlichen Steuersatz versteuert, zusammen mit deiner gesetzlichen Rente. Steigende Raten können später in eine höhere Steuerstufe rutschen. Details: Steuern.
  • Kranken- und Pflegeversicherung: In der Krankenversicherung der Rentner beitragsfrei. Freiwillig gesetzlich Versicherte zahlen Beiträge; im Single-Beispiel 790 € im ersten Rentenjahr (heutige Kaufkraft).
  • Kosten des Anbieters: laufen weiter, solange das Geld angelegt ist.

Im Ausland leben

Wohnst du ab Beginn der Auszahlung außerhalb von EU und EWR, gilt das als schädliche Verwendung: Zulagen und Steuervorteile werden zurückgefordert (§ 95 EStG). Mehr dazu: Kündigung, Tod, Wegzug.

Mit eigenen Zahlen rechnenÖffnet den AVD-Rechner mit 30 % Teilkapital – alles änderbar.

Häufige Fragen

Ab wann kann ich mir das Altersvorsorgedepot auszahlen lassen?
Frühestens mit 65. Bekommst du schon vorher eine gesetzliche Altersrente, kann auch die Auszahlung früher beginnen. Spätestens mit 70 muss sie beginnen. Ohne Vereinbarung beginnt sie bei neuen Verträgen mit 65.
Wie hoch ist die monatliche Rate im Auszahlplan?
Der Anbieter teilt mindestens 80 % des verbleibenden Kapitals durch die Zahl der Monate bis zum Ende des Plans. Die Rate wird zu Beginn und danach spätestens alle 3 Jahre neu festgelegt. Wächst das Depot, steigen die Raten; fällt es, sinken sie.
Kann ich mir alles auf einmal auszahlen lassen?
Nein. Auf einmal gehen höchstens 30 % des Kapitals zu Beginn der Auszahlung. Der Rest fließt als Auszahlplan bis mindestens 85 oder als lebenslange Rente.
Was passiert mit dem Restguthaben im Auszahlplan?
Am Ende des Plans wird ein Restkapital ausgezahlt. Eine Pflicht, den Rest in eine Rente umzuwandeln, gibt es beim Altersvorsorgedepot nicht mehr. Stirbst du vorher, geht das Restguthaben an die Erben; die Förderung wird dann zurückgefordert, außer es wird auf einen Vertrag des Ehepartners übertragen.
Muss ich auf die Auszahlung Krankenversicherung zahlen?
Als Pflichtmitglied in der Krankenversicherung der Rentner nicht. Freiwillig gesetzlich Versicherte zahlen Beiträge auf die Auszahlung, privat Versicherte nicht.