Altersvorsorgedepot: das Wichtigste auf einen Blick
Was ist das Altersvorsorgedepot?
Das Altersvorsorgedepot ist ein Wertpapierdepot für die Rente, das der Staat mit Zulagen und einem Steuervorteil fördert. Es ist ab 2027 die neue geförderte Form der privaten Altersvorsorge und folgt auf die Riester-Rente. Anders als bei Riester gibt es keine Pflicht zur Beitragsgarantie: Das Geld darf vollständig in Aktienfonds und ETFs fließen.
Es gibt drei Varianten:
| Variante | Was drin ist | Besonderheit |
|---|---|---|
| Altersvorsorgedepot | Fonds und ETFs aus dem Angebot des Anbieters, bis Risikoklasse 5 (keine Einzelaktien, Zertifikate oder Kryptowerte) | keine gesetzliche Kostengrenze |
| Standarddepot | zwei Fonds: einer risikoarm, einer renditeorientiert | Kosten höchstens 1,0 % im Jahr; vor der Rente wird automatisch umgeschichtet |
| Garantieprodukt | Anlage mit Garantie | zu Rentenbeginn sind 80 % oder 100 % der eingezahlten Beiträge einschließlich Zulagen zugesagt |
Die Förderung in Zahlen
| Baustein | Höhe |
|---|---|
| Mindestbeitrag | 120 € im Jahr (10 € im Monat) |
| Grundzulage | 50 % auf die ersten 360 €, 25 % auf den Rest bis 1.800 €, also höchstens 540 € |
| Kinderzulage | 100 % der Beiträge, höchstens 300 € je kindergeldberechtigtem Kind |
| Berufseinsteigerbonus | einmalig 200 €, wenn du zu Beginn des Beitragsjahres jünger als 25 bist |
| Steuervorteil | Beiträge bis 1.800 € plus Zulagen als Sonderausgaben; das Finanzamt erstattet, was über die Zulage hinausgeht |
| Höchstbeitrag | 6.840 € im Jahr (570 € im Monat); über 1.800 € ohne Zulage, aber steuerfrei im Depot |
Mehr dazu: Zulagen-Tabelle nach Sparrate · Kinderzulage für Familien · Steuern
Was du dafür hergibst
- Bindung: Ausgezahlt wird frühestens mit 65 (früher nur, wenn deine gesetzliche Altersrente früher beginnt), spätestens mit 70. Kündigst du vorher, gehen Zulagen und Steuervorteile zurück an den Staat.
- Steuer im Alter: Alles, was aus geförderten Beiträgen stammt, wird bei der Auszahlung mit deinem persönlichen Steuersatz versteuert, auch die Zulagen und alle Erträge.
- Auszahlung nach Regeln: Auszahlplan mindestens bis 85 oder lebenslange Rente, dazu bis zu 30 % auf einmal. Frei über alles verfügen kannst du nicht.
Was bringt es? Vier Beispiele
Durchschnittliche Auszahlung netto im Monat von 67 bis 85, in heutiger Kaufkraft. AVD-Seite inklusive angelegter Steuererstattung; gleiche Sparrate, gleiche Rendite und gleiche Entnahmeregel auf beiden Seiten.
| Beispiel | AVD | freies ETF-Depot | Unterschied über die ganze Auszahlung |
|---|---|---|---|
| Single, 37 Jahre, 100 €/Monat, ohne Kinder | 365 € | 308 € | 12.324 € (19 %) |
| Familie, 2 Kinder, 100 €/Monat | 416 € | 308 € | 23.389 € (35 %) |
| Berufseinsteiger, 22 Jahre, 50 €/Monat | 366 € | 303 € | 13.526 € (21 %) |
| Single wie oben, aber AVD-Kosten 1,0 % | 302 € | 308 € | −1.411 € (−2 %) |
Annahmen: zu versteuerndes Einkommen 45.000 € (etwa 57.800 € brutto), beim Berufseinsteiger 30.000 €; Rendite 6,0 % vor Kosten, Kosten je 0,2 % (wo nicht anders angegeben), Inflation 2,0 %, Auszahlplan ab 67 bis 85 nach der gesetzlichen Formel, gesetzliche Rente aus dem Einkommen geschätzt, Tarif 2026. Alle Annahmen stehen in der Methodik.
Die wichtigste Stellschraube sind die Kosten. Im Single-Beispiel liefert das freie ETF-Depot (0,2 % Kosten) mehr, sobald das AVD mehr als 0,91 % im Jahr kostet. In der Familie mit zwei Kindern und gleicher Sparrate liegt diese Grenze bei 1,33 %. Mehr dazu: AVD oder ETF-Depot?