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Ratgeber

Altersvorsorgedepot: das Wichtigste auf einen Blick

Stand 17.10.2026Herausgeber: Gegenrechner · 4 Min. Lesezeit

Was ist das Altersvorsorgedepot?

Das Altersvorsorgedepot ist ein Wertpapierdepot für die Rente, das der Staat mit Zulagen und einem Steuervorteil fördert. Es ist ab 2027 die neue geförderte Form der privaten Altersvorsorge und folgt auf die Riester-Rente. Anders als bei Riester gibt es keine Pflicht zur Beitragsgarantie: Das Geld darf vollständig in Aktienfonds und ETFs fließen.

Es gibt drei Varianten:

Variante Was drin ist Besonderheit
Altersvorsorgedepot Fonds und ETFs aus dem Angebot des Anbieters, bis Risikoklasse 5 (keine Einzelaktien, Zertifikate oder Kryptowerte) keine gesetzliche Kostengrenze
Standarddepot zwei Fonds: einer risikoarm, einer renditeorientiert Kosten höchstens 1,0 % im Jahr; vor der Rente wird automatisch umgeschichtet
Garantieprodukt Anlage mit Garantie zu Rentenbeginn sind 80 % oder 100 % der eingezahlten Beiträge einschließlich Zulagen zugesagt

Die Förderung in Zahlen

Baustein Höhe
Mindestbeitrag 120 € im Jahr (10 € im Monat)
Grundzulage 50 % auf die ersten 360 €, 25 % auf den Rest bis 1.800 €, also höchstens 540 €
Kinderzulage 100 % der Beiträge, höchstens 300 € je kindergeldberechtigtem Kind
Berufseinsteigerbonus einmalig 200 €, wenn du zu Beginn des Beitragsjahres jünger als 25 bist
Steuervorteil Beiträge bis 1.800 € plus Zulagen als Sonderausgaben; das Finanzamt erstattet, was über die Zulage hinausgeht
Höchstbeitrag 6.840 € im Jahr (570 € im Monat); über 1.800 € ohne Zulage, aber steuerfrei im Depot

Mehr dazu: Zulagen-Tabelle nach Sparrate · Kinderzulage für Familien · Steuern

Was du dafür hergibst

  • Bindung: Ausgezahlt wird frühestens mit 65 (früher nur, wenn deine gesetzliche Altersrente früher beginnt), spätestens mit 70. Kündigst du vorher, gehen Zulagen und Steuervorteile zurück an den Staat.
  • Steuer im Alter: Alles, was aus geförderten Beiträgen stammt, wird bei der Auszahlung mit deinem persönlichen Steuersatz versteuert, auch die Zulagen und alle Erträge.
  • Auszahlung nach Regeln: Auszahlplan mindestens bis 85 oder lebenslange Rente, dazu bis zu 30 % auf einmal. Frei über alles verfügen kannst du nicht.

Was bringt es? Vier Beispiele

Durchschnittliche Auszahlung netto im Monat von 67 bis 85, in heutiger Kaufkraft. AVD-Seite inklusive angelegter Steuererstattung; gleiche Sparrate, gleiche Rendite und gleiche Entnahmeregel auf beiden Seiten.

Beispiel AVD freies ETF-Depot Unterschied über die ganze Auszahlung
Single, 37 Jahre, 100 €/Monat, ohne Kinder 365 € 308 € 12.324 € (19 %)
Familie, 2 Kinder, 100 €/Monat 416 € 308 € 23.389 € (35 %)
Berufseinsteiger, 22 Jahre, 50 €/Monat 366 € 303 € 13.526 € (21 %)
Single wie oben, aber AVD-Kosten 1,0 % 302 € 308 € −1.411 € (−2 %)

Annahmen: zu versteuerndes Einkommen 45.000 € (etwa 57.800 € brutto), beim Berufseinsteiger 30.000 €; Rendite 6,0 % vor Kosten, Kosten je 0,2 % (wo nicht anders angegeben), Inflation 2,0 %, Auszahlplan ab 67 bis 85 nach der gesetzlichen Formel, gesetzliche Rente aus dem Einkommen geschätzt, Tarif 2026. Alle Annahmen stehen in der Methodik.

Die wichtigste Stellschraube sind die Kosten. Im Single-Beispiel liefert das freie ETF-Depot (0,2 % Kosten) mehr, sobald das AVD mehr als 0,91 % im Jahr kostet. In der Familie mit zwei Kindern und gleicher Sparrate liegt diese Grenze bei 1,33 %. Mehr dazu: AVD oder ETF-Depot?

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Häufige Fragen

Ab wann gibt es das Altersvorsorgedepot?
Ab 1. Januar 2027. Zulagen gibt es erstmals für Beiträge des Jahres 2027; sie werden im Folgejahr gutgeschrieben.
Wie viel muss ich mindestens einzahlen?
Mindestens 120 € im Jahr (10 € im Monat). Darunter gibt es keine Zulagen.
Ist das Altersvorsorgedepot besser als ein ETF-Sparplan?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. In unseren Beispielrechnungen liefert das AVD bei niedrigen Kosten im Alter mehr, mit Kindern deutlich mehr. Bei hohen Kosten, freiwilliger Krankenversicherung im Alter oder vorzeitiger Kündigung schrumpft der Vorsprung oder dreht sich um. Rechne mit deinen eigenen Zahlen nach.