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Ratgeber

Kosten im Altersvorsorgedepot: ab wann sie den Vorteil auffressen

Stand 17.10.2026Herausgeber: Gegenrechner · 3 Min. Lesezeit

Welche Kosten es gibt

  • Laufende Kosten des Depots (Verwaltung, Depotführung)
  • Fondskosten (laufende Kosten der Fonds oder ETFs im Depot)
  • Abschluss- und Vertriebskosten: Sie müssen gleichmäßig auf die vereinbarte Ansparphase verteilt werden, soweit sie nicht als Prozentsatz von den Beiträgen abgezogen werden.
  • Wechselkosten: höchstens 150 € beim abgebenden Anbieter in den ersten fünf Vertragsjahren; der neue Anbieter darf einmalig bis zu 150 € berechnen, aber keine Abschlusskosten auf das übertragene Kapital.

Alles zusammen wird im Produktinformationsblatt als Effektivkosten in Prozent pro Jahr angegeben. Das ist die Zahl, die zählt.

Variante gesetzliche Kostengrenze
Standarddepot höchstens 1,0 % Effektivkosten im Jahr
Altersvorsorgedepot nach Wahl keine
Garantieprodukt keine

Manche Angebote sehen niedrige oder keine Kosten nur für einige Jahre vor. Im Rechner kannst du das als Aktionsphase eintragen („x % für N Jahre, danach y %").

So stark wirken die Kosten

Single, 100 € im Monat, 45.000 € zu versteuern, ETF-Depot mit 0,2 %. Auszahlung netto im Monat, Durchschnitt 67 bis 85, heutige Kaufkraft:

Kosten AVD pro Jahr AVD ETF-Depot Unterschied bis 85
0,0 % 383 € 308 € 16.282 €
0,2 % 365 € 308 € 12.324 €
0,5 % 340 € 308 € 6.800 €
1,0 % 302 € 308 € −1.411 €

Die Kostengrenze für deine Lage

Die Kostengrenze ist der Kostensatz, bei dem AVD und ETF-Depot (0,2 %) am Ende gleich viel liefern. Liegen die Kosten des AVD darunter, liefert das AVD mehr.

Lage Kostengrenze
Single, 100 €/Monat, Steuererstattung wird angelegt 0,91 %
Single, Steuererstattung wird ausgegeben 0,62 %
Single, ohne Steuererstattung 0,45 %
Single, im Alter freiwillig gesetzlich versichert 0,37 %
Berufseinsteiger, 22, 50 €/Monat 0,71 %
Gutverdiener, 150 €/Monat, zvE 90.000 € 1,40 %
Familie, 2 Kinder, 100 €/Monat 1,33 %
Familie, 2 Kinder, 25 €/Monat 2,72 %
Standarddepot mit Umschichtung, ETF-Depot gleich aufgeteilt 0,75 %

Annahmen: Rendite 6,0 % vor Kosten, Inflation 2,0 %, Auszahlplan ab 67 bis 85, gesetzliche Rente geschätzt, Tarif 2026. Mit anderen Annahmen verschiebt sich die Grenze. Der Rechner zeigt sie für deine Eingaben direkt im Ergebnis.

Worauf du achten kannst

  • Effektivkosten vergleichen, nicht einzelne Gebühren.
  • Befristete Aktionen mitrechnen: Was kostet das Depot nach der Aktion?
  • Fondsauswahl: Breit gestreute ETFs sind im AVD möglich und haben meist niedrigere laufende Kosten als aktiv gemanagte Fonds.
  • Wechsel ist möglich: Wird ein Vertrag teurer, kannst du förderunschädlich wechseln.
Mit eigenen Zahlen rechnenÖffnet den AVD-Rechner mit 0,5 % AVD-Kosten – alles änderbar.

Häufige Fragen

Wie viel darf ein Altersvorsorgedepot kosten?
Für das Standarddepot gilt ein gesetzlicher Deckel von 1,0 % Effektivkosten im Jahr. Für ein frei gewähltes Altersvorsorgedepot gibt es keinen Deckel. In unseren Beispielen ohne Kinder liegt die Kostengrenze gegenüber einem ETF-Depot mit 0,2 % zwischen 0,37 % (im Alter freiwillig gesetzlich versichert) und 1,40 % (Gutverdiener); im Single-Beispiel je nach Verwendung der Steuererstattung zwischen 0,45 % und 0,91 %.
Wo finde ich die Kosten meines Altersvorsorgedepots?
Im Produktinformationsblatt des Anbieters. Dort stehen die Effektivkosten, also alle Kosten zusammen als Prozentwert pro Jahr. Diesen Wert kannst du im Rechner direkt eintragen.
Was kostet ein Anbieterwechsel?
Der Wechsel ist förderunschädlich. Der abgebende Anbieter darf in den ersten fünf Vertragsjahren höchstens 150 € verlangen, danach oder nach einer Kostenerhöhung nichts. Der neue Anbieter darf einmalig bis zu 150 € Verwaltungspauschale berechnen, aber keine Abschlusskosten auf das übertragene Kapital.