Zum Inhalt springen
Ratgeber

Altersvorsorgedepot oder freies ETF-Depot: was am Ende mehr bringt

Stand 17.10.2026Herausgeber: Gegenrechner · 4 Min. Lesezeit

Der faire Vergleich

Wir vergleichen zwei Wege mit demselben Geld: Du zahlst monatlich dasselbe ein, entweder in ein Altersvorsorgedepot oder in ein freies ETF-Depot mit demselben Fonds und derselben Rendite. Was vom Finanzamt zurückkommt, wird auf der AVD-Seite ebenfalls angelegt. Im Alter wird auf beiden Seiten nach derselben Regel entnommen (gesetzlicher Auszahlplan bis 85), jede Seite nach ihren Regeln versteuert und alles in heutiger Kaufkraft verglichen.

Beispiele

Beispiel AVD netto im Monat ¹ ETF-Depot netto im Monat ¹ Unterschied bis 85 Kostengrenze AVD
Single, 37, 100 €/Monat, zvE 45.000 € 365 € 308 € 12.324 € (19 %) 0,91 %
Familie, 2 Kinder, 100 €/Monat 416 € 308 € 23.389 € (35 %) 1,33 %
Familie, 2 Kinder, 25 €/Monat 171 € 84 € 18.900 € (104 %) 2,72 %
Berufseinsteiger, 22, 50 €/Monat, zvE 30.000 € 366 € 303 € 13.526 € (21 %) 0,71 %
Gutverdiener, 37, 150 €/Monat, zvE 90.000 € 572 € 450 € 26.379 € (27 %) 1,40 %
Single, im Alter freiwillig gesetzlich versichert 296 € 284 € 2.539 € (4 %) 0,37 %
Single, AVD-Kosten 1,0 % 302 € 308 € −1.411 € (−2 %) –

¹ Durchschnitt von 67 bis 85, heutige Kaufkraft. Die Raten steigen im Lauf der Auszahlung (siehe Auszahlung).

„Kostengrenze AVD": Ab diesen jährlichen Kosten des AVD liefert das freie ETF-Depot (0,2 % Kosten) mehr.

Annahmen für alle Zeilen: Start 2027, Rendite 6,0 % vor Kosten, Kosten je 0,2 % wo nicht anders angegeben, Inflation 2,0 %, Auszahlplan ab 67 bis 85, gesetzliche Rente aus dem Einkommen geschätzt, Steuertarif 2026, Sparerpauschbetrag und Vorabpauschale beim ETF-Depot berücksichtigt, Steuererstattung angelegt. Das zu versteuernde Einkommen der Familien beträgt 45.000 €. Alle Details: Methodik.

Was für das Altersvorsorgedepot spricht

  • Zulagen: im Single-Beispiel 11.700 € auf 36.000 € Eigenbeiträge, mit Kindern ein Vielfaches.
  • Steuererstattung bei höherem Einkommen: im Gutverdiener-Beispiel insgesamt 14.883 €.
  • Keine Steuer bis zur Rente: keine Vorabpauschale, steuerfreies Umschichten.
  • Krankenversicherung der Rentner: Wer dort pflichtversichert ist, zahlt auf die Auszahlung keine Beiträge.

Was für das freie ETF-Depot spricht

  • Verfügbarkeit: Du kommst jederzeit an dein Geld. Beim AVD ist es bis mindestens 65 gebunden; wer vorher kündigt, zahlt die Förderung zurück.
  • Niedrigere Steuer im Alter: Nur Gewinne werden besteuert, mit Abgeltungsteuer und Teilfreistellung, überwiegend erst beim Verkauf (vorher jährlich die Vorabpauschale).
  • Keine Regeln für die Auszahlung: kein Mindestalter, kein Auszahlplan, alles auf einmal möglich.
  • Freiwillig gesetzlich Versicherte zahlen auf AVD-Auszahlungen Krankenversicherung; im Beispiel bleibt dann wenig Vorsprung (4 %).

Die fünf Stellschrauben

  1. Kosten: Jeder Zehntelprozentpunkt zählt. Im Single-Beispiel bringt das AVD im Durchschnitt mit 0 % Kosten 383 €, mit 0,5 % 340 €, mit 1,0 % 302 € im Monat. Siehe Kosten.
  2. Kinder: Die Kinderzulage macht das AVD für Familien besonders stark.
  3. Was du mit der Steuererstattung machst: Angelegt bringt sie am meisten; ausgegeben sinkt die Kostengrenze im Single-Beispiel auf 0,62 %.
  4. Krankenversicherung im Alter: Pflichtversichert oder freiwillig macht einen großen Unterschied.
  5. Durchhalten: Bei vorzeitiger Kündigung geht die Förderung zurück. Siehe Kündigung, Tod, Wegzug.

Gleiches Risiko vergleichen

Das Standarddepot schichtet vor der Rente automatisch in einen risikoarmen Fonds um. Vergleichst du es mit einem ETF-Depot, das zu 100 % in Aktien bleibt, vergleichst du unterschiedliche Risiken: Mit 0,5 % Kosten liefert das Standarddepot dann 20 % weniger als das ETF-Depot. Wird das ETF-Depot genauso aufgeteilt, liefert das Standarddepot 6 % mehr (Kostengrenze 0,75 %). Im Rechner gibt es dafür den Schalter „ETF gleich aufteilen", und bei ungleichem Risiko erscheint ein Hinweis.

Mit eigenen Zahlen rechnenÖffnet den AVD-Rechner mit Standardwerten – alles änderbar.

Häufige Fragen

Ist das Altersvorsorgedepot besser als ein ETF-Sparplan?
Bei niedrigen Kosten liefert es in unseren Beispielen im Alter mehr, mit Kindern deutlich mehr. Bei hohen Kosten, freiwilliger Krankenversicherung im Alter oder vorzeitiger Kündigung kann das freie ETF-Depot mehr liefern. Dafür ist das AVD-Geld bis mindestens 65 gebunden.
Ab welchen Kosten bringt das Altersvorsorgedepot weniger als ein ETF-Depot?
Im Single-Beispiel (100 € im Monat, 45.000 € zu versteuern, ETF-Depot 0,2 %) ab etwa 0,91 % Kosten im Jahr. In der Familie mit zwei Kindern und gleicher Sparrate liegt die Grenze bei 1,33 %, für Gutverdiener mit 150 € im Monat bei 1,40 %.
Warum liefert das AVD trotz voller Besteuerung im Alter oft mehr?
Weil durch Zulagen, Steuererstattung und fehlende Vorabpauschale mehr Kapital entsteht. Im Single-Beispiel sind es zu Rentenbeginn 123.011 € im AVD plus 9.823 € aus angelegten Erstattungen, gegenüber 94.237 € im ETF-Depot (nominal). Die Steuer im Alter nimmt davon einen Teil, aber nicht alles.