Altersvorsorgedepot oder freies ETF-Depot: was am Ende mehr bringt
Der faire Vergleich
Wir vergleichen zwei Wege mit demselben Geld: Du zahlst monatlich dasselbe ein, entweder in ein Altersvorsorgedepot oder in ein freies ETF-Depot mit demselben Fonds und derselben Rendite. Was vom Finanzamt zurückkommt, wird auf der AVD-Seite ebenfalls angelegt. Im Alter wird auf beiden Seiten nach derselben Regel entnommen (gesetzlicher Auszahlplan bis 85), jede Seite nach ihren Regeln versteuert und alles in heutiger Kaufkraft verglichen.
Beispiele
| Beispiel | AVD netto im Monat ¹ | ETF-Depot netto im Monat ¹ | Unterschied bis 85 | Kostengrenze AVD |
|---|---|---|---|---|
| Single, 37, 100 €/Monat, zvE 45.000 € | 365 € | 308 € | 12.324 € (19 %) | 0,91 % |
| Familie, 2 Kinder, 100 €/Monat | 416 € | 308 € | 23.389 € (35 %) | 1,33 % |
| Familie, 2 Kinder, 25 €/Monat | 171 € | 84 € | 18.900 € (104 %) | 2,72 % |
| Berufseinsteiger, 22, 50 €/Monat, zvE 30.000 € | 366 € | 303 € | 13.526 € (21 %) | 0,71 % |
| Gutverdiener, 37, 150 €/Monat, zvE 90.000 € | 572 € | 450 € | 26.379 € (27 %) | 1,40 % |
| Single, im Alter freiwillig gesetzlich versichert | 296 € | 284 € | 2.539 € (4 %) | 0,37 % |
| Single, AVD-Kosten 1,0 % | 302 € | 308 € | −1.411 € (−2 %) | – |
¹ Durchschnitt von 67 bis 85, heutige Kaufkraft. Die Raten steigen im Lauf der Auszahlung (siehe Auszahlung).
„Kostengrenze AVD": Ab diesen jährlichen Kosten des AVD liefert das freie ETF-Depot (0,2 % Kosten) mehr.
Annahmen für alle Zeilen: Start 2027, Rendite 6,0 % vor Kosten, Kosten je 0,2 % wo nicht anders angegeben, Inflation 2,0 %, Auszahlplan ab 67 bis 85, gesetzliche Rente aus dem Einkommen geschätzt, Steuertarif 2026, Sparerpauschbetrag und Vorabpauschale beim ETF-Depot berücksichtigt, Steuererstattung angelegt. Das zu versteuernde Einkommen der Familien beträgt 45.000 €. Alle Details: Methodik.
Was für das Altersvorsorgedepot spricht
- Zulagen: im Single-Beispiel 11.700 € auf 36.000 € Eigenbeiträge, mit Kindern ein Vielfaches.
- Steuererstattung bei höherem Einkommen: im Gutverdiener-Beispiel insgesamt 14.883 €.
- Keine Steuer bis zur Rente: keine Vorabpauschale, steuerfreies Umschichten.
- Krankenversicherung der Rentner: Wer dort pflichtversichert ist, zahlt auf die Auszahlung keine Beiträge.
Was für das freie ETF-Depot spricht
- Verfügbarkeit: Du kommst jederzeit an dein Geld. Beim AVD ist es bis mindestens 65 gebunden; wer vorher kündigt, zahlt die Förderung zurück.
- Niedrigere Steuer im Alter: Nur Gewinne werden besteuert, mit Abgeltungsteuer und Teilfreistellung, überwiegend erst beim Verkauf (vorher jährlich die Vorabpauschale).
- Keine Regeln für die Auszahlung: kein Mindestalter, kein Auszahlplan, alles auf einmal möglich.
- Freiwillig gesetzlich Versicherte zahlen auf AVD-Auszahlungen Krankenversicherung; im Beispiel bleibt dann wenig Vorsprung (4 %).
Die fünf Stellschrauben
- Kosten: Jeder Zehntelprozentpunkt zählt. Im Single-Beispiel bringt das AVD im Durchschnitt mit 0 % Kosten 383 €, mit 0,5 % 340 €, mit 1,0 % 302 € im Monat. Siehe Kosten.
- Kinder: Die Kinderzulage macht das AVD für Familien besonders stark.
- Was du mit der Steuererstattung machst: Angelegt bringt sie am meisten; ausgegeben sinkt die Kostengrenze im Single-Beispiel auf 0,62 %.
- Krankenversicherung im Alter: Pflichtversichert oder freiwillig macht einen großen Unterschied.
- Durchhalten: Bei vorzeitiger Kündigung geht die Förderung zurück. Siehe Kündigung, Tod, Wegzug.
Gleiches Risiko vergleichen
Das Standarddepot schichtet vor der Rente automatisch in einen risikoarmen Fonds um. Vergleichst du es mit einem ETF-Depot, das zu 100 % in Aktien bleibt, vergleichst du unterschiedliche Risiken: Mit 0,5 % Kosten liefert das Standarddepot dann 20 % weniger als das ETF-Depot. Wird das ETF-Depot genauso aufgeteilt, liefert das Standarddepot 6 % mehr (Kostengrenze 0,75 %). Im Rechner gibt es dafür den Schalter „ETF gleich aufteilen", und bei ungleichem Risiko erscheint ein Hinweis.